Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal einen Lobgesang auf meine Ernte gesungen und mich für die Fülle dieser Zeit bedankt.
Am letzten Septembersonntag nutzten meine Freundin Jasmin und ich nun meinen Kraftplatz für ein Ritual, das diese Ernte noch einmal richtig zu Bewusstsein bringen und segnen sollte. - So wie man es macht zum Erntedankfest oder zu Mabon - der Herbsttagundnachtgleiche - wie naturspirituelle Menschen sie feiern. Dabei geht es nicht nur um Gartenfrüchte, sondern auch unser Leben: Welche Erfahrungen hatte das letzte Hexenjahr (das mit dem nächsten Fest, Samhain, von neuem beginnt) uns gebracht ? Welche Saat war aufgegangen, welche nicht ? Was hatten wir uns hart erarbeitet, was war uns in den Schoß gefallen ? Für welche Erlebnisse, Lektionen und Begegnungen dankten wir ? Was galt es zu bewahren und weiterzuentwickeln, was loszulassen ?
Zuerst gestalteten wir die Mitte unseres Kreises mit Kornähren und mit Sonnenblumen, Paprika und
einem Kürbis von unseren Beeten und Tuppen hinterm Haus. Jasmin hatte
sorgsam unsere eigenen Chilis aufgefädelt, beide hatten wir Wein mitgebracht: Sie Met als Symbol für die hellen, ich Rotwein als Symbol für die dunklen Kräfte - denn zu diesem Zeitpunkt halten sich beide bekanntlich die Waage: Tag und Nacht sind jetzt gleich lang.
Dann erdeten und räucherten wir uns, zogen einen Schutzkreis und luden feierlich die vier Elemente ein. Schließlich begann ein Gespräch, das Züge von einem Dankesgebet trug: Jeder von uns schätzte wert, was ihn alles äußerlich nährt und wendete sich dann seinem Inneren zu: Beschäftigte sich mit den obigen Fragen und dankte für alles, was ihm in diesem Jahr begegnete und wie das Korn und Gemüse wachsen und reifen ließ. Symbolisch pulten wir Körner aus den Getreideähren und steckten für jeden Punkt eins in die Erde oder warfen es in die Luft. In diesem Austausch wurde uns sicher allerlei bewusst, worauf wir alleine nicht gekommen wären. Und uns verband ja auch eine besondere gemeinsame Ernte: Die unserer neuen Freundschaft und Zusammenarbeit im eigenen kleinen Gartenprojekt. Eine Frucht dieses Jahres, in die wir viel investiert hatten, die äußerst üppig gediehen war und auf die wir jetzt zu recht erfüllt und dankbar zurückblicken konnten.
Schließlich sprachen wir noch ein ausführliches Dankesgebet an das - zu selten geehrte - Wasser und aßen und tranken so ausgiebig, wie sich das für dieses Fest gehört.
Und so bin ich diesmal erfüllt von Dankbarkeit für die Dankbarkeit ! Zelebriert in diesem Ritual. Ich danke Jasmin, die mein Feuer für den Jahreskreis neu entfacht hat. Immer fragt sie mich nach dem nächsten Fest und so überwinde ich den inneren Schweinehund, lese nach, überleg mir was und wir fahren raus zu der schönen Waldlichtung, um die Energie der Zeit zu feiern.
Und ich bin immer noch so dankbar, dass ich diesen Kraftplatz finden durfte ! Diesmal ganz besonders für die Tiere, die uns hier begegneten: Für das Eichhörnchen, das fast jedes Mal um mich herumspringt, für den Mistkäfer - mystischer Skarabäus -, den Kolkraben - und für die glitzernde Schlange, die sich um die Markierung des Elements Luft schlängelte - genau um mein neu hervorgekramtes Besprechungsbuch ! Wenn das kein machtvolles Zeichen ist, steht die Schlange doch gerade für mystische Einweihung, Heilung und Erneuerung ...
Danke für dieses Zeichen, ja, ich werde weitermachen mit Besprechen und Handauflegen (erst mal nur zur Selbstheilung.) Danke für den goldenen, warmen Herbst-Sonntag und das harmonische, kraftvolle Ritual ! Danke für die Freundschaft, Garten- und Ritualgemeinschaft mit Jasmin. Danke, noch mal, für unsere reiche Jahresernte...
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Freitag, 7. Oktober 2016
Sonntag, 8. Mai 2016
Mein Beltane-Tanzritual
Beltane - die Walpurgisnacht - vom 30. April zum 1. Mai ist eins der wichtigsten Feste im Jahreskreis. Hexen und Heiden feiern die Frühlings- und Schöpferkraft, Fruchtbarkeit und Entfaltung in der Natur und im eigenen Leben. Die Frauengruppe, mit der ich die letzten Jahre Rituale zelebrierte, hat sich mehr oder weniger aufgelöst. Nun suche ich nach neuen Wegen und Orten, die für mich wichtigen Feste zu begehen. Dabei stieß ich im Internet auf das jedes Jahr stattfindende Ecstatic Dance Ritual in den märkischen Wäldern und war gleich begeistert. Und so machten meine Freundin Jasmin und ich uns mit dem Regio auf den Weg zum Seminarhaus Drei Eichen, in dessen Tipidorf wir zu diesem Walpurgis tanzen, feiern, die Nacht verbringen wollten.
Ich hatte in letzter Zeit öfter Seminare mitgemacht, in denen der Tanz als Mittel zur Bewusstwerdung und Rückverbindung genutzt wurde. Das freie, ekstatische Tanzen - angelehnt an das 5 Rhythmen-Tanzen von Gabrielle Roth - führt nach innen und bringt einen in Kontakt mit den eigenen Gefühlen - die man im Tanz sogleich ausdrücken - und transformieren kann. Ein ursprünglicher und kraftvoller Weg, der mir als Tanzverliebte sehr liegt.
Und dieses Mal ging es sogar darum, am und mit dem Feuer zu tanzen ! Zu Livepercussion, barfuß auf Mutter Erde... Ich war zum ersten Mal hier in Matthias' Runde mit einer Gruppe von etwa dreißig Leuten und wusste nicht, wie genau er den Abend gestalten würde. Aber ich freute mich auf das angekündigte Buffet mit Frühlingkskräutersuppe, das Tanzen, die freie Natur und Übernachtung im Tipi. Zum Glück hatte sich rechtzeitig zum Anlass auch das Wetter gebessert.
Ich freute mich sehr darüber, dass Matthias für den Tanz einen achtsamen, rituellen Rahmen kreierte. Als es dämmerte, standen wir alle in einem Kreis um den Feuerplatz und reinigten uns mit Weißem Salbei, der in einer Schale herumging. Ein berührendes Lied erklang dazu. Dann lud Matthias nach indianischer Tradition die sieben Richtungen ein: Osten, Süden, Westen, Norden, Vater Himmel und Mutter Erde. - In der Mitte, der siebenten Richtung standen wir, befand sich das Feuer, das ein Kundiger nach der uralten Art mit einem Feuerbohrer entzündete. Magisch !
Bevor die percussive Livemusik einer kleinen Männergruppe mit Kalimba, Didgeridoo, Trommeln und weiteren Instrumenten begann, hatten wir Zeit, am Feuer zu sitzen und es auf uns wirken zu lassen. Dann erhielt jeder von uns eine Prise Tabak - diese traditionelle indianische Opfergabe - um sie ins Feuer zu geben: Für das, was wir loslassen und für das, was wir einladen wollten in unser Leben. "Bangen, Zaudern, Hoffnunglosigkeit" flüsterte es in mir, das sollte im Feuer verbrennen. "Liebe - zum Leben, in einer Partnerbeziehung und mein Buch (das ich nächstes Jahr beginnen will)", dafür sollte das Feuer brennen. Beide Ströme nahm ich mit in den Tanz, der einmal mehr wie eine wunderbare Reise für mich wurde: Ich tanzte, was ich loslassen wollte, nieder. Und ich tanzte, was ich mir wünschte, herbei. Ich tanzte für mich, für dieses Leben. Jetzt, hier ! Und in jeder einzelnen Sekunde des Seins. Das war so spürbar hier, unter dem Wahnsinns-Sternenhimmel und den nackten Füßen, am heiß lodernden Feuer, diesem Symbol für das Leben und seine Schöpferkraft. - Sie ist groß zu Beltane, wenn die Natur sich selbst neu gebiert! Auch wir können das, auch wir müssen uns immer wieder erneuern.
Von unbändiger Lebenskraft und kraftvollen Impulsen erfasst, tanzte und tobte und taumelte ich... wiegte und schüttelte ich mich... Ganz natürlich, ganz verinnerlicht... verbunden mit mir und den Elementen. Fasziniert und ganz wach, war es leicht, tiefer zu lauschen: Die Musik und mein Körper gaben mir Bewegungen und Lautäußerungen ein. Matthias hatte dazu eingeladen, den Kiefer locker und dem Mund entströmen zu lassen, was heraus wollte: Seufzer, Juchzer, Schreie. Wenn die Nachbartänzer es taten, traute ich es mich auch: Oft fiel der eine in den anderen ein und wir ließen gemeinsam lautstark Dampf ab: Wie ursprünglich, lustvoll und befreiend ! Manchmal hatte ich die Augen geschlossen, manchmal sah ich in die Flammen, mal tanzte ich ganz nah, mal weiter weg vom Feuer. Irgendwann begannen sich in der Glut Bilder zu formen - ein Teufelsgesicht und ein Ring sprangen mir entgegen. Ich wusste, das waren Symbole für meine dunkle Seite: Materielle Anhaftungen, von denen ich mich lösen wollte. Ich tanzte und schrie - und als ich das nächste Mal ins Feuer blickte, waren sie verschwunden.
Dann erklang eine heitere, folkloristische Melodie und einige von uns fingen an, nun auch um die brennende Mitte zu kreisen und zu springen. Und schließlich verklang die archaische, wilde Welle in meditativen Tönen... Die Stille danach fühlte sich heilig an. Heil und heilig und seltsam rein... Einfach wundervoll. Wohl eine Viertelstunde saßen wir alle gemeinsam, ohne zu sprechen am Feuer. Was wir erlebt hatten, jeder für sich und doch vereint, ist nicht wirklich in Worte zu fassen. Auch jetzt noch fühle ich mich seltsam befreit und aufgeladen.
Bevor wir dick eingepackt in unsere Schlafsäcke krochen, genossen wir noch viele Stunden am Feuer. Lieder wurden gesungen, Gespräche entspannen sich. Leider kannte ich niemanden außer Jasmin und fand nicht so recht Anschluss, obwohl ich mich sehr gern ausgetauscht hätte. Es gab kleine, sich kennende Grüppchen von Leuten, die mehr oder weniger unter sich blieben. Insgesamt fühlte ich mich bei den durchweg netten, interessanten Menchen zwar willkommen. Aber ich hätte im Laufe des Abends den ein oder anderen Teilnehmer doch gern näher kennengelernt. Vielleicht das nächste Mal ! Denn am liebsten möchte ich das Tanzritual im nächsten Jahr wiederholen.
Es ist einfach eine wunderschöne Art, den Sommer einzuläuten! Sich mit den Elementen zu verbinden. Wilde Naturkraft zu tanken. Bei sich selbst anzukommen. Danke !
Sonntag, 17. April 2016
Der innere Ort
Es ist eine altbekannte Technik in Psychologie und Therapie: Der sichere, der innere Ort. Einen Platz imaginieren, den man aufsuchen kann, wenn man von schwierigen Situationen und Gefühlen überwältigt wird. Oder einfach zum Wohlfühlen und Kraft tanken. Denn die Wirkung, die ein realer Aufenthalt in der Natur entfaltet, kann in der Phantasie quasi nachgebildet werden.
Ich habe diese Technik nicht bewusst gelernt oder angewendet. Mein Ort ist einfach zu mir gekommen. Vor dem Einschlafen - nachts oder beim Nachmittags-Nap - oder während des Meditierens begann er in meinem Inneren zu entstehen und sich immer weiter auszuformen. Ganz automatisch erschuf ich mir nach und nach eine Traumlandschaft, die mir Ruhe gab - und alles, was mir gerade fehlte.
Zuerst sah ich mich an einem einsamen Strand. In einer kleinen, stillen Bucht, in dessen Steilküste sich natürlich eine einfache Behausung fügt. Außen wie innen ist alles sehr schlicht und durchgehend in weiß gehalten. Hier sitze ich im Sand, während die Wellen meine nackten Füße umspielen. Gehe die Steintreppen zur Terrasse hinauf... sitze allein an einem Tisch, auf dem nichts als ein Glas Wein oder Wasser steht. Oder ich liege auf dem großen Bett, während der Wind durch die Terrassentür hineinweht und die Gardinen bauscht... Ich kann ausruhen, mich von der Fülle meines Lebens erholen, während ich aufs Meer hinaussschaue und in Weiß bade - alle Wände, Möbel und Kleidungsstücke tragen diese Farbe. Es geht hier wohl um das Element Wasser, Reinheit und Weichheit und um das Leerwerden...
Später begann ich auf der meerabgewandten Seite des Hauses eine Holzterrasse zu imaginieren, die auf einen Wald hinausgeht. In die Eichen, Buchen und Birken ist ein Geflecht von Baumhäusern gebettet, mit Hängebrücken verbunden. Ein großer, alter Baum ist so in die Terrasse gebaut, dass ich mich von dort aus an seinen Stamm lehnen kann. Ich blicke einfach in den lebendigen Wald und lade mich auf. Manchmal gehe ich in eins der Baumhäuser hinüber und lege mich auf eine Art Couch oder schreibe an einem kleinen Tisch. Diese Welt ist wunderbar grün, farbig und phantasievoll in ihrer Gestaltung, aber ebenfalls sehr natürlich und einfach. Es gibt keine überflüssigen Gegenstände oder Ablenkungen, große Fenster geben immer wieder den Blick auf den Wald frei. Es scheint hier um die Verbindung von Himmel und Erde zu gehen.
Vielleicht kreist meine nächste Welt ja um das Element Feuer ? Neulich kam plötzlich ein neues Bild zu mir: Es hat irgendwie das feuchtwarme Klima und Flair von Indien oder Südostasien. Ich lebe dort in einer nicht sehr tiefen Höhle, die mehr wie eine Art Schutzdach ist. Sie ist vollständig offen und gibt rechts den Blick auf einen wilde Garten- und Dschungellandschaft, links auf leuchtendgrüne Reisfelder frei. In ihrem Inneren brennt ein Feuer, an dem wir kochen - und beisammen sitzen. Die Szenerie ist ebenfalls zurückgezogen, aber ich scheine hier nicht ganz alleine zu sein...
All diese aus mir selbst heraus entstandenen inneren Orte sind mir eine Art Seelenheimat. Sie vermitteln mir tiefe Ruhe und Geborgenheit. Auch wenn nicht jede Einzelheit in meiner Vorstellung ausgeformt ist, kann ich diese Plätze deutlich vor mir sehen. Es ist, als wäre ich tatsächlich dort. Und ich kann sie nach meinen Bedürfnissen abwandeln und anpassen, mir vorstellen, was auch immer ich gerade brauche. In meiner Ozeanlandschaft schwimme ich manchmal mit Delphinen. Oder Menschen treffen mit dem Boot bei mir ein. Mitunter rufe ich auch mein Höheres Selbst - und es erscheint in Frauengestalt auf einem Felsen im Meer, um mir einen Rat zu erteilen.
Habt Ihr auch einen inneren Ort des Rückzugs ? Oder einen aus der Erinnerung, an den ihr manchmal in Gedanken zurückkehrt ? Es ist recht einfach, sich einen auszudenken ! Dabei könnt ihr ganz auf die spontane Vorstellungskraft vertrauen oder real existierende Orte und Bilder aus Filmen, Zeitschriften, dem Internet zur Hilfe nehmen und diese Landschaft dann ausschmücken und abwandeln... Denn jeder von uns hat Phantasie - und jeder von uns kann von einen Ort profitieren, der - weil tief in einem drin - immer verfügbar, immer da - und für einen da - ist. Der dich nährt, beflügelt, ausruhen und auftanken lässt. Denn er verbindet dich im Geiste mit der Kraft der Natur, mit der großen Mutter Erde. Wage, sie zu umarmen !
Ich habe diese Technik nicht bewusst gelernt oder angewendet. Mein Ort ist einfach zu mir gekommen. Vor dem Einschlafen - nachts oder beim Nachmittags-Nap - oder während des Meditierens begann er in meinem Inneren zu entstehen und sich immer weiter auszuformen. Ganz automatisch erschuf ich mir nach und nach eine Traumlandschaft, die mir Ruhe gab - und alles, was mir gerade fehlte.
Zuerst sah ich mich an einem einsamen Strand. In einer kleinen, stillen Bucht, in dessen Steilküste sich natürlich eine einfache Behausung fügt. Außen wie innen ist alles sehr schlicht und durchgehend in weiß gehalten. Hier sitze ich im Sand, während die Wellen meine nackten Füße umspielen. Gehe die Steintreppen zur Terrasse hinauf... sitze allein an einem Tisch, auf dem nichts als ein Glas Wein oder Wasser steht. Oder ich liege auf dem großen Bett, während der Wind durch die Terrassentür hineinweht und die Gardinen bauscht... Ich kann ausruhen, mich von der Fülle meines Lebens erholen, während ich aufs Meer hinaussschaue und in Weiß bade - alle Wände, Möbel und Kleidungsstücke tragen diese Farbe. Es geht hier wohl um das Element Wasser, Reinheit und Weichheit und um das Leerwerden...
Später begann ich auf der meerabgewandten Seite des Hauses eine Holzterrasse zu imaginieren, die auf einen Wald hinausgeht. In die Eichen, Buchen und Birken ist ein Geflecht von Baumhäusern gebettet, mit Hängebrücken verbunden. Ein großer, alter Baum ist so in die Terrasse gebaut, dass ich mich von dort aus an seinen Stamm lehnen kann. Ich blicke einfach in den lebendigen Wald und lade mich auf. Manchmal gehe ich in eins der Baumhäuser hinüber und lege mich auf eine Art Couch oder schreibe an einem kleinen Tisch. Diese Welt ist wunderbar grün, farbig und phantasievoll in ihrer Gestaltung, aber ebenfalls sehr natürlich und einfach. Es gibt keine überflüssigen Gegenstände oder Ablenkungen, große Fenster geben immer wieder den Blick auf den Wald frei. Es scheint hier um die Verbindung von Himmel und Erde zu gehen.
Vielleicht kreist meine nächste Welt ja um das Element Feuer ? Neulich kam plötzlich ein neues Bild zu mir: Es hat irgendwie das feuchtwarme Klima und Flair von Indien oder Südostasien. Ich lebe dort in einer nicht sehr tiefen Höhle, die mehr wie eine Art Schutzdach ist. Sie ist vollständig offen und gibt rechts den Blick auf einen wilde Garten- und Dschungellandschaft, links auf leuchtendgrüne Reisfelder frei. In ihrem Inneren brennt ein Feuer, an dem wir kochen - und beisammen sitzen. Die Szenerie ist ebenfalls zurückgezogen, aber ich scheine hier nicht ganz alleine zu sein...
All diese aus mir selbst heraus entstandenen inneren Orte sind mir eine Art Seelenheimat. Sie vermitteln mir tiefe Ruhe und Geborgenheit. Auch wenn nicht jede Einzelheit in meiner Vorstellung ausgeformt ist, kann ich diese Plätze deutlich vor mir sehen. Es ist, als wäre ich tatsächlich dort. Und ich kann sie nach meinen Bedürfnissen abwandeln und anpassen, mir vorstellen, was auch immer ich gerade brauche. In meiner Ozeanlandschaft schwimme ich manchmal mit Delphinen. Oder Menschen treffen mit dem Boot bei mir ein. Mitunter rufe ich auch mein Höheres Selbst - und es erscheint in Frauengestalt auf einem Felsen im Meer, um mir einen Rat zu erteilen.
Habt Ihr auch einen inneren Ort des Rückzugs ? Oder einen aus der Erinnerung, an den ihr manchmal in Gedanken zurückkehrt ? Es ist recht einfach, sich einen auszudenken ! Dabei könnt ihr ganz auf die spontane Vorstellungskraft vertrauen oder real existierende Orte und Bilder aus Filmen, Zeitschriften, dem Internet zur Hilfe nehmen und diese Landschaft dann ausschmücken und abwandeln... Denn jeder von uns hat Phantasie - und jeder von uns kann von einen Ort profitieren, der - weil tief in einem drin - immer verfügbar, immer da - und für einen da - ist. Der dich nährt, beflügelt, ausruhen und auftanken lässt. Denn er verbindet dich im Geiste mit der Kraft der Natur, mit der großen Mutter Erde. Wage, sie zu umarmen !
Sonntag, 15. März 2015
Zuckerfasten
Die Fastenzeit ist in vollem Gange. Immer mehr Menschen nutzen diese ursprünglich christliche Tradition um bewusst zu verzichten. Meist auf bestimmte Konsumgüter oder Gewohnheiten, die einem vielleicht ein wenig zu sehr ans Herz - oder an den Magen - gewachsen sind.
Handy-, plastik-, tierfrei - die BUND-Jugend nennt das Klimafasten und berichtet auf ihrem Blog von den unterschiedlichen Experimenten. Die Wilde-Wölfin will einen ganzen Monat nichts außer Lebensmittel einkaufen.
Ich habe mich entschlossen, dieses Jahr auf Süßigkeiten und zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Insgesamt ernähre ich mich sehr bewusst, fast ausschließlich biologisch und vegetarisch mit viel selbst gekochtem Essen, frischem Obst, Gemüse und Wildkräutern. Mein Naschverhalten passt so gar nicht dazu und hatte sich in letzter Zeit verschärft. Höchste Zeit, dem einmal Einhalt zu gebieten und seine Hintergründe zu erforschen. 40 Tage lang.
Warum greife ich zur süßen Droge ? Was halte ich nicht aus, wenn ich Schokolade brauche ? Wovor flüchte ich ?
Ich will Zucker nicht dämonisieren. Ein Stück Kuchen oder leckerer Nachtisch in Gesellschaft verzehrt, ist etwas Schönes. Ich bin ein Genussmensch und will es auch bleiben. Aber in letzter Zeit wurde so manche vertilgte Süßigkeit tatsächlich zum Lückenfüller und Ersatzstoff. Immer häufiger stellte ich mir die oberen Fragen und begann mich zu beobachten. Zunächst, während ich weiter konsumierte. Nun während des Verzichts.
Ich entdeckte, dass bestimmte Zustände und Gefühlslagen meine süße Sucht besonders schüren:
1. Müdigkeit
2. Stress
3. Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit
4. Unbehagen vor/bei ungeliebten Tätigkeiten
5. andere ungeliebte Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit...
6. andere unerfüllte Bedürfnisse wie das nach Kreativität, Abenteuerlust...
Zucker schüttet wie andere Drogen Serotonine im Körper aus, die die oben genannten Gefühle abmildern, sprichwörtlich "versüßen". Man erhält einen Energieschub, fühlt sich nicht mehr so alleine oder unbehaglich,
der lustvolle Genuss lenkt von der ursprünglichen Sehnsucht ab. Denn - das hab ich von der Autorin Safi Nidiaye - hinter jeder Sucht steckt eine Sehn-sucht. Und so ist der Griff zur Schokolade nicht selten Ersatz und Kompensation. Sinnvoller wäre es, die Sehnsüchte und Bedürfnisse dahinter zu erkennen, sie direkt zu befriedigen - oder ihnen Ausdruck zu verleihen. Wenn ich müde bin, sollte ich schlafen, statt mir Zucker reinzuhauen und weiterzumachen. Wenn ich traurig und mutlos bin, die Tränen fließen lassen oder z.B. darüber schreiben. Wenn ich bestimmte Situationen nur mit Süßigkeiten aushalte, sollte ich mich fragen, was an ihnen nicht stimmt und sie nach und nach verändern.
Während ich Zucker faste, kommen so einige verdrängte Gefühle und Bedürfnisse hoch. Nun kann ich sie nicht mehr "weg-essen", nun bleiben sie - und ich muss ihnen zuhören. Die klare Wahrnehmung und Erkenntnis - der erste Schritt in Richtung Veränderung.
Die ersten zwei Wochen fiel mir der Verzicht sehr schwer. Der Weg durch den Supermarkt glich einem Spießrutenlauf und ich hörte plötzlich überall Leute von Eis oder Toffeeschoki reden. Nun bin ich über den Berg - sowohl zeitlich als auch emotional. Ich habe geistig viel dazugewonnen, während körperlich ein paar Gramm den entgegengesetzten Weg nahmen. Für die nächsten drei Wochen ohne Schoki und Co. bin ich zuversichtlich. Mal sehen, wie die erste Ostersüßigkeit nach der Fastenzeit schmeckt. Und auf wieviel Zucker ich überhaupt noch Lust habe - oder in Zukunft gerne verzichten will.
Handy-, plastik-, tierfrei - die BUND-Jugend nennt das Klimafasten und berichtet auf ihrem Blog von den unterschiedlichen Experimenten. Die Wilde-Wölfin will einen ganzen Monat nichts außer Lebensmittel einkaufen.
Ich habe mich entschlossen, dieses Jahr auf Süßigkeiten und zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Insgesamt ernähre ich mich sehr bewusst, fast ausschließlich biologisch und vegetarisch mit viel selbst gekochtem Essen, frischem Obst, Gemüse und Wildkräutern. Mein Naschverhalten passt so gar nicht dazu und hatte sich in letzter Zeit verschärft. Höchste Zeit, dem einmal Einhalt zu gebieten und seine Hintergründe zu erforschen. 40 Tage lang.
| Bruch mit der heißgeliebten Schokolade |
Warum greife ich zur süßen Droge ? Was halte ich nicht aus, wenn ich Schokolade brauche ? Wovor flüchte ich ?
Ich will Zucker nicht dämonisieren. Ein Stück Kuchen oder leckerer Nachtisch in Gesellschaft verzehrt, ist etwas Schönes. Ich bin ein Genussmensch und will es auch bleiben. Aber in letzter Zeit wurde so manche vertilgte Süßigkeit tatsächlich zum Lückenfüller und Ersatzstoff. Immer häufiger stellte ich mir die oberen Fragen und begann mich zu beobachten. Zunächst, während ich weiter konsumierte. Nun während des Verzichts.
Ich entdeckte, dass bestimmte Zustände und Gefühlslagen meine süße Sucht besonders schüren:
1. Müdigkeit
2. Stress
3. Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit
4. Unbehagen vor/bei ungeliebten Tätigkeiten
5. andere ungeliebte Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit...
6. andere unerfüllte Bedürfnisse wie das nach Kreativität, Abenteuerlust...
Zucker schüttet wie andere Drogen Serotonine im Körper aus, die die oben genannten Gefühle abmildern, sprichwörtlich "versüßen". Man erhält einen Energieschub, fühlt sich nicht mehr so alleine oder unbehaglich,
der lustvolle Genuss lenkt von der ursprünglichen Sehnsucht ab. Denn - das hab ich von der Autorin Safi Nidiaye - hinter jeder Sucht steckt eine Sehn-sucht. Und so ist der Griff zur Schokolade nicht selten Ersatz und Kompensation. Sinnvoller wäre es, die Sehnsüchte und Bedürfnisse dahinter zu erkennen, sie direkt zu befriedigen - oder ihnen Ausdruck zu verleihen. Wenn ich müde bin, sollte ich schlafen, statt mir Zucker reinzuhauen und weiterzumachen. Wenn ich traurig und mutlos bin, die Tränen fließen lassen oder z.B. darüber schreiben. Wenn ich bestimmte Situationen nur mit Süßigkeiten aushalte, sollte ich mich fragen, was an ihnen nicht stimmt und sie nach und nach verändern.
Während ich Zucker faste, kommen so einige verdrängte Gefühle und Bedürfnisse hoch. Nun kann ich sie nicht mehr "weg-essen", nun bleiben sie - und ich muss ihnen zuhören. Die klare Wahrnehmung und Erkenntnis - der erste Schritt in Richtung Veränderung.
Die ersten zwei Wochen fiel mir der Verzicht sehr schwer. Der Weg durch den Supermarkt glich einem Spießrutenlauf und ich hörte plötzlich überall Leute von Eis oder Toffeeschoki reden. Nun bin ich über den Berg - sowohl zeitlich als auch emotional. Ich habe geistig viel dazugewonnen, während körperlich ein paar Gramm den entgegengesetzten Weg nahmen. Für die nächsten drei Wochen ohne Schoki und Co. bin ich zuversichtlich. Mal sehen, wie die erste Ostersüßigkeit nach der Fastenzeit schmeckt. Und auf wieviel Zucker ich überhaupt noch Lust habe - oder in Zukunft gerne verzichten will.
Sonntag, 1. März 2015
In Verbindung - mein Jahreswechsel in Gemeinschaft
Es ist zwei Monate her, dass ich drei wundervolle Tage auf einem einem Selbsterfahrungsseminar verbrachte. Drei Tage mit 5 Sessions zu den 5 Elementen: Mit Tanzen, Traumreisen, kraftvollen Kreisen, Ich- und Wir-Begegnungen und Ritualen. Wertvollen Impulsen für das neue Jahr.
Zwei Monate, in denen das Geschehene in mir nachwirkte, ohne dass ich es zu Papier bringen konnte. Es ging tief. Es ist nicht wirklich zu beschreiben mit seinen vielen Komponenten, die mich wohl gerade in ihrer Kombination so stärkten und veränderten.
Alleine die Stichpunkte füllen ein kleines, schmetterlinggeziertes Notizbuch. Eine komplette Schilderung sprengte wohl hier den Rahmen. Deswegen versuche ich es nun - nun endlich! - auszugsweise in einer leicht poetischen Form.
Auf die im Raum aufgebauten Elemente-Altäre lege ich eigene Kraftgegenstände. Als wir nach Innen zum Wasser reisen, treffe ich eine weise Frau. Meine innere Führung. Sie ist so sehr da. So unendlich friedvoll. Voller Anteilnahme sagt sie mir: All deine Leiden wollen dich nur weiterbringen. Einen Schritt weiter. Sie hängt mir ein gläsernes Herz um den Hals: Du bist geliebt. Egal wie du aussiehst. Egal, was in dir ist. Mit allen Gefühlen. Mit allem - ALLEM ! Ich spüre die große Wahrheit darin und muss weinen: Du bist geliebt.
Viele Menschen, die ich zuvor nicht kannte. Jetzt werden sie mir vertraut. In kleinen Momenten. Im großen Kreis, in dem wir immer wieder sitzen - auf diese eine, diese alte Art verbunden. Einer nach dem anderen spricht, ist bedeutsam. Alle hören zu. Wir sind verschieden, aber gleich. Immer wieder stelle ich fest: Keins meiner automatisch gefällten Urteile trifft zu, wenn ich Euch näher kennenlerne. Ihr seid, wir sind alle wundervoll in unserer Einzigartigkeit. Ergänzen, helfen, bereichern uns. Es entstehen Augenblicke, in denen wir uns sehr nah sind. Nun mehr bei uns, können wir auch besser miteinander sein. Am Ende eines Tanzes finden sich Körper und Hände: Wie ein Bienenvolk summen und schwingen wir in unserem Kreis der Geborgenheit.
Wieder ein ganzes Jahr vorbei: Kurz vor zwölf gibt jeder von uns zwei hölzernde Stäbe voller Schnüre ins Feuer. Jeder Knoten ein Wunsch: Was lasse ich los ? Und was möchte ich manifestieren ?
Noch nie wurde ein neues Jahr für mich so hörbar, so spürbar! heil-ig eingeläutet: Um Mitternacht klingen minutenlang die Glocken der Kirche nebenan. Und ich gehe um das Feuer von Mensch zu Mensch und erhalte eine warme Umarmung nach der anderen: Ein schönes neues Jahr ! Später sitze ich noch lange bei den züngelnden Flammen, Gespräche ergeben sich und schließlich ein kleiner Kreis von vier Menschen, die eng umschlungen stehen und einander halten... So gegen Kälte und Wind abgeschirmt, scherzen und lachen wir, fühlen uns wie auf einem anderen Stern.
Neujahr beginnt für mich auf einem Haflingerpferd des Hofes. Ich kann noch einmal besonders stark das Erdelement unter und in mir spüren. Später schweben wir auf einer letzten Tanz- und Traumreise zum Äther in den großen freien Raum, der alles mit Geist erfüllt und miteinander verbindet. Und ja, auch ich fühle mich jetzt verbunden, mit mir und dem großen Mysterium der Welt. Berührt, wenn ich in die andern Augen schau. Gestärkt und "genährt", wie eine von uns es so wunderbar ausdrückte.
Zu Hause zünde ich das Teelicht in der Achat-Druse an. - Mein Give Away, tastend unter einer Decke hervorgezogen, unter die jeder von uns ein kleines Mitbringsel gepackt hatte. Ich betrachte sein zauberhaftes Leuchten und bin dankbar. Für die Tage, die Erfahrungen, die Gemeinschaft. Für mein Leben. Nächstes Jahr komme ich hoffentlich wieder.
Zwei Monate, in denen das Geschehene in mir nachwirkte, ohne dass ich es zu Papier bringen konnte. Es ging tief. Es ist nicht wirklich zu beschreiben mit seinen vielen Komponenten, die mich wohl gerade in ihrer Kombination so stärkten und veränderten.
Alleine die Stichpunkte füllen ein kleines, schmetterlinggeziertes Notizbuch. Eine komplette Schilderung sprengte wohl hier den Rahmen. Deswegen versuche ich es nun - nun endlich! - auszugsweise in einer leicht poetischen Form.
In Verbindung
Wasser, Feuer, Erde, Luft und Äther. Fünf Elemente - das ganze Leben. Wie es wirkt, wie es wirbelt, in und zwischen uns! Rhythmen lodern und locken heraus, was in mir schwelt und schwirrt, was gesehen, was transformiert werden will. Ich spüre wieder meinen Körper, lasse meine Seele in ihn ein, gebe Unbestimmtem eine Form. Arme und Beine, Brust und Bauch, Kopf und Füße schütteln sich, toben, kreisen immer weiter. Entfesseln, befreien, leiten hindurch... all das Verborgne und Verschüttete... Ich tanze Sanftes und Wildes, Trauer und Zorn, Fragen und Freude, bis Altes bricht. Und ich neu aufbreche, zu einem wahreren Selbst, einem verwandelten Wir.
Auf die im Raum aufgebauten Elemente-Altäre lege ich eigene Kraftgegenstände. Als wir nach Innen zum Wasser reisen, treffe ich eine weise Frau. Meine innere Führung. Sie ist so sehr da. So unendlich friedvoll. Voller Anteilnahme sagt sie mir: All deine Leiden wollen dich nur weiterbringen. Einen Schritt weiter. Sie hängt mir ein gläsernes Herz um den Hals: Du bist geliebt. Egal wie du aussiehst. Egal, was in dir ist. Mit allen Gefühlen. Mit allem - ALLEM ! Ich spüre die große Wahrheit darin und muss weinen: Du bist geliebt.
Viele Menschen, die ich zuvor nicht kannte. Jetzt werden sie mir vertraut. In kleinen Momenten. Im großen Kreis, in dem wir immer wieder sitzen - auf diese eine, diese alte Art verbunden. Einer nach dem anderen spricht, ist bedeutsam. Alle hören zu. Wir sind verschieden, aber gleich. Immer wieder stelle ich fest: Keins meiner automatisch gefällten Urteile trifft zu, wenn ich Euch näher kennenlerne. Ihr seid, wir sind alle wundervoll in unserer Einzigartigkeit. Ergänzen, helfen, bereichern uns. Es entstehen Augenblicke, in denen wir uns sehr nah sind. Nun mehr bei uns, können wir auch besser miteinander sein. Am Ende eines Tanzes finden sich Körper und Hände: Wie ein Bienenvolk summen und schwingen wir in unserem Kreis der Geborgenheit.
Wieder ein ganzes Jahr vorbei: Kurz vor zwölf gibt jeder von uns zwei hölzernde Stäbe voller Schnüre ins Feuer. Jeder Knoten ein Wunsch: Was lasse ich los ? Und was möchte ich manifestieren ?
Noch nie wurde ein neues Jahr für mich so hörbar, so spürbar! heil-ig eingeläutet: Um Mitternacht klingen minutenlang die Glocken der Kirche nebenan. Und ich gehe um das Feuer von Mensch zu Mensch und erhalte eine warme Umarmung nach der anderen: Ein schönes neues Jahr ! Später sitze ich noch lange bei den züngelnden Flammen, Gespräche ergeben sich und schließlich ein kleiner Kreis von vier Menschen, die eng umschlungen stehen und einander halten... So gegen Kälte und Wind abgeschirmt, scherzen und lachen wir, fühlen uns wie auf einem anderen Stern.
Neujahr beginnt für mich auf einem Haflingerpferd des Hofes. Ich kann noch einmal besonders stark das Erdelement unter und in mir spüren. Später schweben wir auf einer letzten Tanz- und Traumreise zum Äther in den großen freien Raum, der alles mit Geist erfüllt und miteinander verbindet. Und ja, auch ich fühle mich jetzt verbunden, mit mir und dem großen Mysterium der Welt. Berührt, wenn ich in die andern Augen schau. Gestärkt und "genährt", wie eine von uns es so wunderbar ausdrückte.
Zu Hause zünde ich das Teelicht in der Achat-Druse an. - Mein Give Away, tastend unter einer Decke hervorgezogen, unter die jeder von uns ein kleines Mitbringsel gepackt hatte. Ich betrachte sein zauberhaftes Leuchten und bin dankbar. Für die Tage, die Erfahrungen, die Gemeinschaft. Für mein Leben. Nächstes Jahr komme ich hoffentlich wieder.
| Leuchtendes Give-Away, Schmetterlingstagebuch, Ritualschnüre, Kraftgegenstände für die Elemente |
Sonntag, 1. Juni 2014
Wünsche säen
Meine Sonnenblume auf der Fensterbank. Eine von drei - meiner Wunsch-Sonnenblumen !
Die letzten Jahre hatte ich manches Mal meine Wunschkeimlinge durch einen zu großen Gießkannenstrahl vernichtet. Diesmal ging ich beim Wässern vorsichtiger vor, außerdem hatte ich mit dieser Sonnenblumenart kräftigere Samen und Sprösslinge erwischt. Alle drei gesäten kamen! Langsam, nacheinander. So wie auch wir Menschen und alles Lebendige sich in seinem ganz eigenen Tempo entwickelt. So wie Wünsche unterschiedlich lange brauchen, bis sie in Erfüllung gehen. Das ist eigentlich schön, weil, wenn die erste verwelkt ist, nun die anderen beiden blühen werden !
Wünsche säen. Eine schöne Idee, um unseren Träumen und Visionen Kraft zu verleihen. Das ist schließlich der Kern eines jeden Rituals: Es findet eine äußere Form, um innere Prozesse nachzuvollziehen. Macht konkret sichtbar, was vielleicht eher schwammig in uns schwelt. Zuerst die Bewusstwerdung: Was will ich für mich, was vom Leben eigentlich in diesem Jahr? Dann die Würdigung und Bekräftigung durch eine passende kleine symbolische Handlung.
Zum Frühlingsanfang ist es besonders schön, einen Samen einzupflanzen. Denn auch in der Natur ist jetzt alles im Keimen, Werden, Wachsen begriffen. Und wenn die Pflanze im Frühling treibt und im Sommer schließlich blüht, kommen auch wir in der Regel immer mehr in unsere Kraft und schaffen es, unsere Wünsche und Anliegen zu verwirklichen.
Aber auch zum eigenen Geburtstag bietet sich die Wunschaussaat an. Vielleicht zusammen mit unseren Lieben? Und es ist eine besondere Geschenkidee: Statt fertigen Pflanzen oder Blumensträußen besorgt Ihr Samen – z.B. selbst gewonnene oder die der Lieblingsblumen des Beschenkten. Vielleicht mögt Ihr sie in eine kleine selbst gestaltete Tüte mit der Aufschrift „Wunschsamen“ stecken? Oder noch Erde und Topf dazuliefern? Wenn der Glückliche einen Garten hat, umso besser, dann kann er sich einen passenden Platz für die Samen darin aussuchen.
Es dämmert schon. Aber ein warmes Gelb strahlt mich vom Fenster aus an. Und ich gieße sie noch, die drei Sonnenblumen. Ich pflege jetzt noch meine Wünsche.
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